30. Oktober - 1. November

 

Saisonabschluss in Mugello

Zum letzten Mal in dieser Saison wurden die Motorräder, Koch- und Veranstaltungsutensilien in die Transporter gepackt. Alles schon Routine. Jeder Handgriff sitzt und im Nu ist alles aufgeladen und abfahrbereit. Die Gesichter strahlten. Das Wetter sollte gut sein wenn auch etwas kühl. Aber die Jungs vom SRT sind ja hart im Nehmen.

Auf geht’s gen Italien. Der obligate Pit-Stop im McD ist ebenfalls schon Gewohnheit und Gian Marco hatte den Anschluss mittlerweile auch hergestellt. Gemeinsam wurden die Zöllner überzeugt, dass auch dieses Mal niemand im Sinn hatte sein Bike in Italien zu verscherbeln. Die dabei allfällig hinterzogenen Steuern würden den italienischen Staat an den Rand des Ruins bringen. Auf Schweizer Personen ist in diesen Zeiten sowieso das ganze Augenmerk zu richten!? Ein Kollega der Kawasaki Fraktion hatte ein nicht ganz korrektes Nummernschild dabei und wurde prompt zu einer Zusatzschlaufe verdonnert.

Da dieses Mal eine Box angemietet wurde entfiel das Aufstellen der Zelte und die Hospitality war im Nu eingerichtet.

Schon bald wurden die Nachtlager bezogen. Die Einen in der Box, andere bevorzugten den Bus und nochmals andere machten es sich in einem wunderbar ausgestatteten Mercedes Viano mit Standheizung bequem. Dieser Umstand weckte Begehrlichkeiten. Auch den Renitenten musste beschieden werden, dass dieser Bus allerhöchstens 2 ausgewachsene Männer beherbergen kann obwohl im Beschrieb von 4 Personen die Rede ist.

Ein wunderbarer Morgen weckte den Rennbetrieb und schon bald kurvten wir um die einzigartige Strecke von Mugello. Nur Brünn und anscheinend das neue Portimao bieten ähnlich viel Spass mit Bergauf- und Bergabstücken, Kurven mit nichteinsehbarem Ein- und Ausgang und einer Start-Zielgeraden die jeden Motor jubeln lässt.


...wa meinsch?

Lala brachte ein Prachtseisen an die Strecke mit, da seine R6 immer noch mit einem Motorschaden darnieder lag. Dass die Fazer für diesen Kurs nicht geeignet war betrübte Lala ein wenig. Mit über 200 Sachen ohne Verschalung, dafür mit Tourenlenker ausgestattet wurden die Runden zur Tortur und so beschränkte sich unser Chef auf etwas Fahrwerkabstimmung und das Kräfte sammeln.

Schneller als der Fotograf

Sinnigerweise findet bei Rehm die Fahrerbesprechung erst am Mittag statt. Den ganzen Morgen lang wurde ohne Gruppeneinteilung frei gefahren. Pro’s und Anfänger bunt gemischt. Manchmal wurde es ziemlich haarig und die Unerfahrenen haben sich doch sehr erschreckt. Möglicherweise ist diese Vorgehensweise nicht das Gelbe vom Ei.

Mit Gruppeneinteilung machte das Fahren aber sehr viel Spass und so ging dieser Tag ohne nennenswerte Ereignisse zu Ende. Zu erwähnen höchstens noch, dass sich unser Raketen-Rookie Frenky in der „San Donato“ auf die Nase legte. Original-Verschalung ade. Mit etwas Tape und einer Generalreinigung wurde der Töff durch unseren YP-Service-Angestellten innert Kürze in Schuss gebracht.

Das Feierabend-Bier mit anschliessendem Nachtessen war wieder ein Genuss. Die Bedienung eines Elektroherdes ist allerdings nicht jedermanns Sache. Reto verheizte beinahe das Fleisch da Gian Marco das Wasser nicht zum kochen brachte. Nach Entfernung der Kochplattenabdeckung wurden dann aber auch die Teigwaren innert nützlicher Frist lind.

Einige waren noch etwas übermütig und erkundeten die Strecke, wie an jedem Anlass dieses Jahr, zu Fuss. Es ist immer wieder erstaunlich wie steil die Passagen und wie lang die Geraden in Wirklichkeit sind. Nach einer kurzen Diskussion mit der Erkenntnis, dass der geheizte Bus in der Zwischenzeit nicht grösser geworden ist begaben sich alle zur Ruh.

 

Saturday - Qualifying Day!
Die Spannung stieg. Spürbar verbreitete sich das Rennfieber. Die Super-Soft wurden aufgezogen und jeder hatte noch einen Pfeil im Köcher den er jetzt auspackte. Nicht bei allen ging das gut. Frenky rauschte vor der Zielkurve „Bucine“ ins Kiesbett. Leider hat es dabei das Motorrad nochmals überstellt und so war wieder putzen und kleben angesagt. Damit er das nicht alleine tun musste legte sich Wale in „Poggio Secco“, im Stile von Marco Simoncelli am letzten Wochenende, ebenfalls hin. So konnten die Beiden gemeinsam das Kies aus ihren Töffs entfernen und die abgebrochenen Kleinteile ersetzten.

Ein Hoch auf die Ersatzteilkiste von Yellow-Point.

Raptor rannte auch wieder einmal durch die Boxengasse. Etwas Spitzes und Gemeines hatte ein Loch in den Kühler geschlagen. Retos R1 bekleckerte wieder einmal die halbe Strecke und so ziemlich die ganze Boxengasse. Nach ungläubigen Staunen machte sich Reto auf den Weg durch die Boxen und wurde fündig. Eine mehr als üble Suppe wurde in den Kühler gekippt und siehe da, das Ding war wieder dicht.

Raptor in Action

Dann waren Rennen angesagt. Die ganz schnellen Jungs liessen es wieder krachen. Allen voran ein Aussie mit einer KTM RC8 der die ganze italienische Meute ordentlich aufmischte. Reto hatte sich wieder einmal ans Starterfeld angeschlichen und fuhr das Rennen ebenfalls mit. Er hat dabei eine super Figur abgegeben und viel Anerkennung für das SRT eingeheimst.

Ist doch ein schönes Design!

Der Tag ging zu Ende wie so viele in diesem Jahr. Ein Bierchen trinken, etwas an den Motorrädern schrauben oder putzen, kochen und viele Sprüche klopfen. Das Boxenleben ist einfach gemütlich. Zu einem Spaziergang um die Strecke reichte es allerdings nicht mehr. Alle waren etwas müde oder hatten sonst ein Wehwehchen. So war der Gang ins Bett nicht mehr weit und eine kleine Diskussion brachte ans Nachtlicht, dass dieser blöde Bus in der Zwischenzeit immer noch nicht
gewachsen ist.

Sunday – Raceday
Bei herrlichen Bedingungen wurden die ersten Runden an diesem Tag gedreht. Alle waren heiss auf ihr Rennen. Wie immer bei Rehm-Racing kann auch der Allerletzte noch ein Zeitfahren (Rennen gibt es ja nicht) bestreiten. Wegen des Sturzes im Qualifying hatte Wale eigentlich keine gültige Rundenzeit. Die netten und hilfreichen Mädchen bei Rehm organisierten ihm dennoch einen Startplatz. Dass es eine Poleposition war überraschte dann aber doch alle. So waren alle Chancen gegeben den Pokal aus dem letzten Jahr zu verteidigen. Das es „nur“ für Platz 2 reichte schmälerte die Freude in keiner Weise. Lala rechnete sich im Feld der „Streetfighter“ gute Chancen für einen Pokal aus. Leider wurde nichts daraus da es in diesem Feld auf einmal noch andere Fahrer gab, die in dieser Klasse gewertet wurden (oder so ähnlich). Gian Marco und Casey waren etwas einsam unterwegs und konnten so die schöne Rennstrecke ohne Verkehr geniessen. Raptor hätte ebenfalls einen Pokal nach Hause bringen können, stellte aber die sportliche Herausforderung über den Gewinn eines Staubfängers. Alle Achtung. Frenky hatte sich vom Ungemach der vorherigen Tage bestens erholt und konnte sich in seiner Klasse zügig in die vordere Hälfte des Feldes vorarbeiten. Nach Reto unser schnellster Pilot mit beachtlichen Rundenzeiten.

Es ist doch immer ein erhebendes Gefühl

Nach den Ehrungen und dem Abspielen der Nationalhymne ging jeder nochmals auf die Strecke und genoss die letzte Fahrt dieser Saison in vollen Zügen.

Alles eingepackt und eine problemlose Heimfahrt rundeten dieses tolle
Wochenende ab.

Damit begibt sich das Yellow-Point Senior Race Team in die viel zu lange Winterpause. Das heisst aber nicht, dass wir nichts mehr von uns hören lassen. Es gibt immer etwas aus den Tuning- und Designkellern zu berichten. Lasst es Euch gut gehen und…

Keep Racing

Ps I
Die Reifenwärmer müssen VOR der Rausfahrt aus der Box abgenommen werden.
Dass sollte eigentlich mittlerweile bekannt sein! Gäll Casey!

Ps II

Aus aktuellem Anlass haben wir noch etwas in der Motteniste gegraben:

Jöö so herzig :-)

 

Text, Wale

Bilder, Lala + Wale

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