20.+ 21. August, Hockenheim

Es wird der heisseste Tag im Jahr, also trinkt wie ein Kamel sonst geht euch die Konzentration aus, dann geht euch das Motorrad aus und dann die Strecke!“, hatten uns die Organisatoren bei der Fahrerbesprechung am Sonntagmorgen befohlen.

Schön und heiss, hier in der Sachskurve
Um 11 Uhr pisste der Himmel aus allen Löchern und es war kalt. Vereinzelte mummelten sich in ihren Fleecepulli (ich umarmte zusätzlich noch meine Reifen mit den Reifenwärmern). Um 11 Uhr, das wäre auch die Zeit gewesen für Lala’s und meinen 2. Turn am Sonntag, der so leider ins Wasser fiel.
Widererwarten blieb dies jedoch nicht die schlechteste Wetterprognose vom Wochenende, dazu später mehr...
Doch beginnen wir am Samstag, an dem Tag als das Wetter noch mitspielte. Vereinzelte hatten Kopfschmerzen, was natürlich nicht an der Menge des getrunkenen Bieres am Abend zuvor lag, sondern an der Biersorte wie uns der Betroffene versicherte.

...es war die Sorte :-)
Wie an jeder Racing-Veranstaltung reiste die Truppe einen Tag früher an und lud schon mal den riesen Haufen an Material aus. Wie wir an diesem Wochenende herausfanden, fehlen uns aber immer noch die elementaren Dinge, wie automatischer Pumptankkanister oder ein Roller um im Fahrerlager herum zu düsen. Lala befürchtet, dass wir eines Tages die Motorräder zu Hause lassen und nur noch die praktischen Dinge mitnehmen.
Ein befreundeter Motorradhändler von Lala organisierte uns ein Plätzchen in einer Box. Dort trafen wir alte Bekannte vom SRT: Martina und Bruno. Noch etwa zehn andere Motorräder und ihre Fahrer waren ebenfalls in dieser Box untergebracht. Es ging immer recht lustig zu und her.

...die wunderbare Box
Warum sind wir nochmals nach Hockenheim gefahren?
Ah ja! Um Motorrad zu fahren! Es ist sich aber auch schwer zu merken, denn das Kawasaki-Event-Paket beinhaltet neben zweimal Mitagessen vom Caterer (Top!), einem Apéro (Top!), schlechten Wetterprognosen (Flop!), Nerven beim Anstehen zur Anmeldung & technischen Kontrolle am Freitag (*grummelgrummel*) auch ein gratis T-Shirt und ein Feuerwerk am Samstagabend („Extra fürs Senior Race Team“, versicherte uns die Kellnerin im Restaurant). Die Promis sind auch nicht zu vergessen (dazu weiter unten ein supertolles Foto :-))!
Und eben…das Motorrad..das darf man auch noch mitnehmen!
Darum machte sich Denise und Lala am Samstag nach der Fahrerbesprechung um 9 Uhr auf den Weg auf die Strecke. Den Kurs hatte ich mir bereits vorher auf Papier angeguckt, doch zu Beginn hatte ich Mühe die Bögen auseinanderzuhalten. Sind wir hier schon im Motodrom und kommt jetzt die Sachs-Kurve (nach links) oder muss man hier rechts? Doch schon beim zweiten Turn kannte ich die Strecke gut und es lief richtig rund. Danke Lala (offizieller VIP-Instruktor)!!!! :-)
Andere hatten da mehr Probleme, nicht nur wegen der falschen Biersorte. Wale konnte nur gerade ein Turn fahren, da begann seine R1, liebevoll genannt „Sara“, zu „seichen“… Das Problem konnte erst nach der Mittagspause in den Griff bekommen werden. Dies jedoch nur mit Hilfe von dem Händler des geringsten Misstrauens. Es blieben noch zwei Turns, die ohne Probleme und mit viel Freude gefahren werden konnten.
Das Wetter blieb auch am Abend trocken, die Teammitglieder nicht. Ein, zwei Bierchen wurden geöffnet…schliesslich erbarmte sich Lala mit mir (ich mag kein Bier) und spendierte mir ein Prosecco. Nach mehreren spendierten Cuplis (Danke Jorge) war ich auch bereit diesen Bericht zu schreiben
(immer diese Erpressungen! ;-)).

Party in der Boxengasse
Gerüchte aus vertrauensvollen Quellen besagten, dass Alex Hofmann und Stefan Bradl an diesem Abend auf der Strecke rumkurvten. Aus uns wurden die grössten Fans. Wir stellten uns in leicht angeheitertem Zustand an den Streckenrand. Wir jubelten fleissig, als diese vorbeirasten. Naja, wir jubelten auch, als die Teilnehmer des exklusiven Trainings mit den zwei Promis auf der Zielgerade dahin rollten. Man muss dazu sagen, dass da GoldWings ect. unterwegs waren. Am Streckenrand entstanden auch einige amüsante Fotos. Meine Befürchtungen sind nicht unbegründet, dass diese Fotos in einer Schublade verschwinden werden...
Frisch geduscht (ja, es war wirklich nötig!) fanden wir uns wieder von dem von „Kawabi“ spendierte Apéro. Auf der Pit-Lane konnten wir von weitem Alex Hofmann ausmachen. Wale wollte ums verrecken ein Foto von Hofmann und mir schiessen. Ich fand ein Foto aus der Entfernung reiche völlig aus, man muss ja nicht immer so aufdringlich sein. Wale nahm meine Hand und zog mich zu Hofmann. „Sie will unbedingt ein Foto mit dir haben! Dürfen wir?“
„Iiiiiiiich han es föteli“, strahlte ich danach. Auch ein Foto mit Stefan Bradl wurde gemacht :-) DANKE Wale :-)

Stefan Bradl, Alex Hoffmann und Denise
Überglücklich, diese Promis live gesehen zu haben, ging es zum Nachtessen ins Stammlokal direkt neben der Zielgerade. Dort hatten wir hinter einem Bier und einem feinem Salat (am Sonntag wollten wir schliesslich immer noch ins Lederkombi passen) perfekte Sicht auf das Feuerwerk, welches eigentlich von einer Hochzeitsgesellschaft organisiert wurde, welche ebenfalls auf dem Platz war.
Am nächsten Morgen gings wieder ab aufs Radl. Je länger, desto mehr Spass bekam ich am Fahren. Schon am Samstag konnte ich mich von Turn zu Turn konstant um 2 oder 3 Sekunden verbessern. Beim ersten Turn am Sonntag fuhr ich 2:23.
Auch bei den anderen liefs rund. Nicht zuletzt wegen der prophylaktischen Portion Schmerzmittel am Abend zuvor (homöopathisch natürlich).
Jorge konnte langsam seine innere Hockenheimblockade überwinden, die er seit der letzten Hockenheim-Veranstaltung hatte (Sturz vor der Parabolika, es weiss bis heute niemand genau, wie das passieren konnte…).
Casey jedoch hatte eine andere Blockade. Er kam einfach nicht unter 2:04, auch wenn er gefühlsmässig immer schneller fuhr.
Wie bereits erwähnt konnte der 2. Turn am Sonntag wegen Regen nicht gefahren werden. Auch der 3. Turn von Lalas und meiner Gruppe war kritisch, wir liessen ihn aus. Wale, Jorge und Casey konnten ihren 3. Turn wieder fahren. Dann kam die grosse Enttäuschung in der Mittagspause: Die Organisatoren prophezeiten in der Fahrerbesprechung für das Rennen am Nachmittag: Pünktlich um 14 Uhr, nach der Mittagspause, wird eine grosse Regenfront kommen, es würde richtig Nass und dies noch der ganze Rest von der Veranstaltung.
Wir schämten uns ein wenig, dass wir Jorge beim Aufladen noch ausgelacht hatten, weil er seine Regenreifen eingepackt hat. Zu unserer Verteidigung: Das schönste und heisseste Wochenende war angesagt worden!

kurzes Regenpech
Ganz soooooooooo falsch lagen die Organisatoren ja nicht: Es wurde etwas nass, aber fünf Minuten nachdem es begonnen hatte zu regnen hörte es auch schon wieder auf, es folgte strahlend blauer Himmel. Viele luden ihre Motorräder trotzdem weiter ein. Wir waren zwar schon am zusammenpacken, brachen jedoch das Abbrechen ab. Es blieb so noch Aussicht auf zwei Turns! Juppiiiiiiii :-)
Casey entschied sich auf gut Glück, am Rennen teilzunehmen und meldete sich an. Als die Organisatoren bemerkt hatten, dass sie falsch lagen, legten sie das 1000er und das 600er Rennen zusammen und auf einen späteren Zeitpunkt, an dem die Strecke mit höchster Wahrscheinlichkeit wieder trocken sein würde. Jetzt waren viele Qualifizierte motiviert sich ebenfalls noch anzumelden (so auch Wale). Daraus wurde nichts. Die Startplätze waren bereits vergeben.
Das Rennen fand bei schönstem Wetter und trockenem Asphalt statt. Casey startete aus den hinteren Reihen. Bemerkenswert war die Leistung des Erstplatzierten: Er fuhr mit einem Abstand von einer halben Runde ins Ziel und unterhielt die vielen Zuschauer während dem Rennen mit Wheelies.
Casey war zufrieden mit seiner Leistung. Er konnte seine „blockierte“ Zeit 2:04 noch um mehrere Sekunden verbessern und fuhr ein super Rennen.
Es hatte sich wirklich gelohnt zu bleiben! Beim letzten Turn kamen meine Knieschleifer in erstaunlich vielen Kurven an den Boden und mit meiner Zeit bin ich sehr zufrieden: 2:16. Es fühlt sich auch verdammt gut an, mit weit über 200km/h in der Schräglage zu sein! Meine Hockenheimpremiere ist geglückt, ich wäre am liebsten geblieben!
Das zweite Zusammenpacken war ernst gemeint, ein unschlagbares Wochenende ging zu Ende.
Ein grosses Kompliment an die Organisatoren: Das ganze SRT fand die Veranstaltung TOP! DAUMEN HOCH :-)
Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder mit dabei :-)
Text, Denise
Bilder, Denise
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SENIOR RACE TEAM



