05. - 07. August 2011, Brünn


Und nochmals stand Brünn auf dem Programm, diesmal aber in einer anderen Zusammensetzung. Am Donnerstag machten sich Lala, Denise, Erwin und Lala’s Kollege André auf den Weg nach Brünn. Sieht man von einem kleinen Umweg des Teams Lala/André ab, verlief die Reise problemlos.


Als Veranstalter fungierte diesmal Petzibär, seines Zeichens der älteste Renntraining-Veranstalter Österreichs. Und Österreicher hatte es zur Genüge, noch ein paar Deutsche , und wir verteidigten einsam die Ehre der Eidgenossen.


Der Moto-GP-Event, der eine Woche nachher stattfand, war schon sehr sichtbar, viele Team- und andere Lastwagen standen schon auf dem Parkplatz, und Tribünen und Zelte wurden aufgebaut.


Nach der Anmeldung bezogen wir unsere Box, und da wir sie nur zu viert belegten, war das Platzangebot geradezu verschwenderisch.

 

Boxenleben

 

Schnell hatten wir alles eingerichtet, und wir konnten uns zu unserem Stammlokal aufmachen, um das Abendessen und ein paar Biere zu geniessen. Leider war an diesem Abend die Chicken-Knödel-Suppe nicht erhältlich, aber ganz sicher habe man die „tomorrow“.


Wie meistens in Brünn spielte das Wetter eine matchentscheidende Rolle.

Davon noch später.


Bei den Petzibär-Trainings handelt es sich um echte Race-Veranstaltungen, ohne Gruppen, mit freiem Training und verschiedenen Rennen. Punkt 9 Uhr, nach der Fahrerbesprechung, ging es auf die Piste. Denise mit ihrem sehr geschätzten Instruktor Lala, André auch in diesem Grüppchen dabei, und Erwin liess es gleich richtig krachen und egalisierte im ersten Turn seine bisherige Rundenbestzeit, und dies mit neuem, völlig serienmässigem Motor.

 

Casey

 

Im zweiten Turn lag er schon eine Sekunde darunter, und dann passierte es: Beim Herausbeschleunigen aus der Linkskurve nach der Omega überholte das Hinterrad das Vorderrad, Motorrad und Fahrer rutschen hintereinander die Strecke entlang. Der Schaden hielt sich glücklicherweise in Grenzen. Keinerlei am Menschen, sieht man von einem durchlöcherten Kombi ab. An der Maschine gab es eine krumme Schraube am Schaltgestänge, eine Fussraste und ein Schleifpad zu ersetzen, und  dann war alles wieder so gut wie neu.


Fleissig wurde, neben dem schrauben, noch gefahren an diesem Morgen. Pünktlich zur Mittagspause fing es an zu regnen. Erst gegen halb vier zeigten sich wieder die ersten trockenen Flecken auf dem Asphalt. Erwin ging als einer der ersten wieder mit Slicks auf die Strecke. Es war noch teilweise feucht, aber nach weiteren 15 Minuten ging es recht gut, gegen Abend war es wieder absolut trocken.

 

Rain


Nach dem ersten Abendbier und der Dusche fuhren wir wieder ins Restaurant: Leider keine Suppe heute, aber ganz sicher „tomorrow“! Aber das Rindssteak war von gewohnt guter Qualität.


Am Samstagmorgen sah das Ganze recht grau aus. Nach einigen Runden im Nieselregen wurden eifrig die gelbroten Flaggen geschwenkt, das hiess Nässe auf der Strecke. Nun, zurück in der Box war guter Rat teuer: Abwarten oder auf Regenreifen wechseln? Denise und Erwin waren fürs heutige 600-Rennen gemeldet, und das Qualifying fand bereits um 11 Uhr statt. Und ohne Qualifying kein Rennen! Als es um 10  noch immer regnete, war der Entscheid gefallen: Es wurde gewechselt, und Denise erhielt von Lala seine Räder mit den Regenreifen! An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank, eine wirklich grosszügige und sportliche Geste!

 

Omega


Gerade rechtzeitig zum Qualifying waren die Bikes bereit, und ohne Regenangewöhnung ging es gleich auf Zeitenjagd. Dass unter diesen Voraussetzungen eher hintere Startplätze herausschauten, war klar. Am Nachmittag im Rennen ging es (immer noch im Nassen) schon deutlich besser, es ist immer wieder erstaunlich, welche Schräglagen und Bremsmanöver im Regen möglich sind. Jedenfalls kam echtes Rennfieber auf. Erwin fightete hart in einer Gruppe, Denise fuhr ein einsameres Rennen, beide waren hoch zufrieden mit ihrer Leistung.


Am späteren Nachmittag hörte der Regen vorderhand auf, das 1000er-Rennen wurde auf den letztmöglichen Termin verschoben und fand im Trockenen statt (ohne SRT-Beteiligung)


Da der Wetterbericht für Sonntag wieder alles zeigte (Sonne, Wolke, Regen) wurden noch schnell die Räder ausgebaut, damit am Morgen je nach Wetterlage schnell reagiert werden konnte.


Abends das gewohnte Prozedere: Bier, Duschen, Restaurant: No soup, sorry, but tomorrow for sure! Wir mussten deshalb unseren Flüssigkeitsbedarf wieder andersweitig decken.


Sonntagmorgen dann: leicht neblig, aber trocken! Also schnell die Slicks montiert. Erwin war nun im Rennfieber und meldete sich kurzentschlossen noch für den Bridgestone-Cup an. Fleissig wurden Runden gedreht, dann das Qualifying fürs Rennen. Erwin verbesserte seine Bestzeit abermals. Vor dem Mittag noch das Rennen, 600 und 750er zusammen. Nach dem gewohnt schwachen Start fand Erwin Unterschlupf in einer grösseren Gruppe, die aber zuvorderst einen Bremser hatte.

 

Race

 

Bei einem Überholmanöver rutschte das Motorrad hinten gewaltig, und als sich das Ganze noch zweimal wiederholte, stand fest, dass der Reifen ziemlich am Ende war. Deshalb wurden keine unnötigen Risiken mehr eingegangen. „Gemütlich“ wurde so das Rennen zu Ende gefahren und halt der eine oder andere Platz noch kampflos hergegeben. Trotzdem resultierte noch ein 16. Platz, mit einem neuen Reifen wäre sogar ein Top-Ten-Platz drin gelegen.


Nach der Mittagspause wurden noch einige Runden gedreht, dann zusammengepackt. Die Heimfahrt verlief bis auf einen Baustellenstau Nähe Prag problemlos, und mitten in der Nacht kam man beim Yellowpoint in der Badenerstrasse an. Zügig wurde ausgeladen, und so gegen 4 Uhr morgens waren wohl alle im Bett.


Wieder war Brünn eine Reise wert, es war ein tolles Rennweekend trotz sehr wechselhaften Bedingungen. Und nochmals einen ganz grossen Dank an unseren Teamchef und Chefmechaniker Lala, der für alle kleineren und grösseren Probleme immer eine Lösung fand.

Bericht Casey

Fotos Casey + Denise

 

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