12. - 14. Juni 09, Brünn

 

Bereits am Donnerstagmorgen machten sich Jörg und der Schreibende auf Richtung Tschechien, da mein Bus nicht auf die österreichischen Liliput-Autozüge passt. Nach einer ereignislosen Fahrt kamen wir gegen Abend auf der Piste an, wo wir die Box bezogen und die Anmeldeformalitäten hinter uns brachten.

 

Irgendwo in der Tschechei 

 

Day 1

Während der Grossteil unseres Teams noch auf dem Weg von Wien nach Brünn war (mehr oder weniger ausgeschlafen nach einer Nacht im Liegewagen), begann der Event um halb neun mit der Fahrerbesprechung. Und genau zu diesem Zeitpunkt begann es auch zu regnen! Erinnerungen ans Vorjahr wurden wach, wo es am ersten Morgen ebenfalls nass war.

 

Es währe alles bereit

 

Nur dieses Mal war es nicht nur am Morgen so. Den ganzen Tag wechselten sich Schauer und Sonnenschein im Halbstundentakt ab. In einer abtrocknenden Phase wagten wir uns mal mit Slicks auf die Piste, es war allerdings noch stellenweise recht feucht, und deshalb gingen wir auch entsprechend vorsichtig zu Werk.

 

In der Zwischenzeit waren auch unsere Zugfahrer eingetroffen, die recht lange Gesichter machten, hatten sie doch strahlendes Wetter auf dem Grossteil der Fahrt.

 

Nachmittags probierte ich es mal mit Regenreifen, was nach einer gewissen Eingewöhnungszeit viel Spass machte. Als es dann doch mal abtrocknete, gab es kein Halten mehr für den Rest des SRT. Brünn ist wohl eine der schönsten Pisten, die es gibt, dies wussten Gian Marco, Reto und ich vom Vorjahr, und derselben Meinung waren auch Lala, Wale und Jörg, die das erste Mal hier fuhren. Übrigens, ich selbst verpasste den einzig richtig trockenen Turn an diesem Tag, da ich mit Reifenwechseln beschäftig war, und als die Slicks endlich drauf waren, pisste es bereits wieder.

 

The Rainman Erwin

 

Abends setzen wir dann unsere Infrastruktur in Gang, Kochplatte, Grill usw., und zauberten ein tolles Mahl auf den Tisch. Die Krönung unserer umfangreichen Camping-Ausrüstung ist aber ganz klar Retos Brotbackmaschine, die uns jeden Morgen feines, frisches Brot lieferte.

 

Day 2

Als wir am Morgen aus dem Schlafsack krochen, schlug unser Herz höher. Eitel Sonnenschein, und die Nässe verschwand langsam vom Asphalt. Als es losging, war es trocken, aber recht kühl, Asphalttemperatur so gegen 6 Grad. Retos neuer Conti-Slick sah nach einem Turn schon ziemlich verbraucht aus, wohl wegen den tiefen Temperaturen. Und leider passierte es dann, dass der Reifen seinen Dienst in der Einfahrt Omega quittierte, was einen hässlichen Abflug zur Folge hatte. (Siehe Video) Reto passierte glücklicherweise nichts aber seine schöne R1 sah recht übel aus.

 

Master of Desaster

 

So machten sich Lala und Reto gemeinsam an den Wiederaufbau, und bereits am Nachmittag war die Maschine wieder so gerichtet, dass sie wieder fahrbar war. Sonst war es ein toller Race-Tag, es wurde zwar nicht richtig heiss, aber es herrschten ideale Verhältnisse, so dass die Zeiten immer schneller wurden.

 

Day 3

Es war am Morgen schon spürbar wärmer, und es wurde ein richtig heisser Tag, mit Asphalttemperaturen bis 50 Grad, Am Morgen erwischte es unseren Rookie Jörg, der übrigens sensationelle Zeiten fuhr! Bei der Bergauf-Schikane warf ihn seine Maschine ab und fuhr noch ein Stück ohne ihn weiter. Der Schaden war glücklicherweise nicht so gravierend, und konnte deshalb relativ einfach wieder repariert werden. Jorge ist hart im nehmen, stieg schon bald wieder auf den Töff und fuhr noch rechtzeitig einen neuen Reifen ein.

 

Nachmittags waren dann Rennen angesagt. Das Highlight zuerst:

Jörg fuhr in der Einsteigerklasse nach anfänglichem Fight mit einer Ducati zu einem ungefährdeten Sieg! Tolle Leistung, und ganz herzliche Gratulation zu diesem grossen Erfolg!

 

First Race - First Place

 

Anschliessend starteten wir zu dritt in der Supersport-Klasse, Gian Marco, Lala und ich. „Seltsamerweise“ stand Gian Marco in der Startaufstellung vor uns, was einige Diskussionen ausgelöst hatte. Aber das war beim Start alles vergessen. Das Niveau war sehr hoch, so dass wir uns nur um die hinteren Ränge balgen konnten. Gian Marco erwischte den besten Start, danach folgte Lala, ich schaute mir das Ganze zuerst von hinten an. Mit im Pulk war auch noch eine Suzuki. Mein erster Angriff auf Lala war etwas zu ungestüm, der zweite war erfolgreich, aber er konterte kurz darauf erfolgreich wieder. Dann konnte ich ihn endgültig schnappen, und kurz darauf in einem Aufwasch auch die Suzuki und Gian Marco. Das war Racing pur, ich fühlte mich wie der Dottore im Angriff auf Lorenzo! Lala konnte dann Gian Marco und den Susi-Fahrer ebenfalls noch distanzieren. Wir beendeten das Rennen als 15. (Erwin), 16. (Lala) und 18. (Gian Marco)

 

Wieder Freunde

 

Dann war Reto dran in der Powerbike-Klasse. Er startete sensationell, kam als Siebter aus der ersten Runde zurück. In der folgenden Runde war er noch immer sehr guter Neunter. Aber dann passierte vor ihm ein Zwischenfall, und er musste ins Kiesbett ausweichen, so dass seine gute Platzierung natürlich flöten ging. Da das Rennen kurz nachher wegen eines Unfalls abgebrochen wurde, konnte er auch nicht mehr zu einer Aufholjagd starten. So wurde er nur 32., schade, denn von den Zeiten her wäre ein Top-Ten-Platz absolut drin gelegen.

Als letzter musste (oder durfte) Wale ran in der Open Powerbike-Klasse. Das hat man halt davon, wenn man so eine aufgemotzte Maschine sein eigen nennt! Er hielt sich aber ausgezeichnet und erlebte ein recht ruhiges Rennen. Schon bald hatte er sich auf Rang 12 etabliert, und den Platz hielt er bis ins Ziel. Sein einziger Frust war, dass er hauchdünn an der 2.20er Marke scheiterte.

 

Mit der Pokalübergabe an Jörg ging ein tolles Racingweekend zu Ende, und wir waren uns alle einig, dass wir im nächsten Jahr wieder den langen Weg nach Tschechien unter die Räder nehmen werden.

 

Text, Erwin

Bilder, Wale

Video, Raptor

 

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