15. Mai, Anneau du Rhin

Endlich war es soweit! Der Roll out, traditionellerweise auf dem Anneau du Rhin, stand auf dem Programm, das erste Mal im Jahr nach einem langen, kalten Winter endlich wieder Rennstreckenluft schnuppern!
Der Wetterbericht liess, nach einer langen Schlechtwetterperiode, allerdings nicht viel Gutes erahnen. Als wir aber am Ort des Geschehens ankamen, empfing uns zwar eine Eiseskälte aber es war trocken. Daran änderte sich glücklicherweise den ganzen Tag über nichts.
Mit von der Partie waren Wale, Gian Marco, Frenky, Jorge, Erwin, unser Ducati-Gastfahrer Attila sowie als Boxenluder Reto.
Schnell und routiniert stellten wir unsere Infrastruktur auf. Wir bemerkten sofort, dass wir damit um einiges professioneller aussahen als der grosse Rest.
Es waren eher wenige Sportfahrer dabei. Die meisten fuhren mit ihren Strassenmotorrädern herum, mit abgeklebten Blinkern und riesigen Nummernschildern und mit teilweise nicht unbedingt rennsteckentauglichen Maschinen wie BMW RT und Yamaha FJ.
Den nächsten Schock erlebten wir an der Fahrerbesprechung, als der Veranstaltungsleiter von Motospeed tatsächlich darüber sprach, bei der Boxeneinfahrt sich rechts einzuordnen und dann links, über die Strecke, abzubiegen!
Vollends für Kopfschütteln sorgte dann seine Bemerkung, die Reifen mittels Schlangenlinienfahren aufzuwärmen, ein Vergehen, das bei anderen Veranstaltern zum sofortigen Ausschluss führen würde. Zum Glück folgte niemand diesen Instruktionen!
Dann ging’s endlich los, als erster durfte Jorge auf die Strecke. Allerdings suchte er beim Beginn seines Turns, immer noch in Zivilkleidung, den richtigen DB-Killer für seinen optimierten Auspuff. Er konnte dann doch noch einige Runden drehen.
Dann war die Reihe an Gian Marco, Wale und mir. Noch sehr vorsichtig, wegen den eisigen Temperaturen und den noch nicht so perfekten Automatismen, absolvierten wir den ersten Turn. Frenky musste noch etwas warten, da er auf der Warteliste stand, und der Veranstalter zuerst sicher stellen musste, dass es für ihn auch noch Platz hatte.
Beim nächsten Turn der Gruppe B wurde schon bald die rote Fahne geschwenkt. Und leider bewahrheiteten sich unsere Befürchtungen schon bald, es war wieder einmal unser Team dafür verantwortlich. Jorge hatte sich verbremst und seine so schön neu aufgebaute Maschine schon wieder ordentlich verschrottet. Verkleidung, Lenker, Hebel, Tank hatten ziemlichen Schaden erlitten. Schlechter Anfang für unsere Truppe! Und es ging leider schlecht weiter, als nächsten schlug es Frenky ins Kiesbett. Kurz darauf machten sich Frenky, Jorge und Reto vorzeitig auf den Heimweg.
Der Rest des Teams verbrachte aber einen wirklich schönen Renntag, das Vertrauen in den Grip kam langsam wieder zurück, und wir absolvierten noch einige sehr schöne Turns. Ich hatte, wegen meines operierten Knies, ziemlich Schmerzen in den langen Rechtskurven, von denen es doch einige gibt auf dem AdR. Zum Glück hat niemand gefilmt, wie ich jeweils von der Maschine stieg, sonst müssten wir uns unverzüglich „Pro Senectute Racing Team“ nennen.
Und zum Schluss doch noch einige lobende Worte für den Veranstalter: Er hat es doch fertiggebracht, 7 Turns an einem Tag unterzubringen und auch, dass die ersten Turns 25 Minuten, dann 20, und der letzte 15 Minuten dauerte, fanden wir sehr sinnvoll, da man gegen Ende doch recht müde und vielleicht nicht mehr hundertprozentig konzentriert ist.
Gruess
Erwin alias Casey #27
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SENIOR RACE TEAM



